Standortnachteil ohne Glasfaser
Viele Bürgerinnen und Bürger – und vor allem zahlreiche Gewerbebetriebe – sind davon ausgegangen, dass der aktuelle Ausbau in Eitorf den Anschluss an ein echtes Glasfasernetz bringt. Umso größer ist die Enttäuschung, dass der zuständige Ausschuss erst in der Sitzung darüber informiert wurde, dass tatsächlich nur Koaxialkabel verlegt wurden.
Für die FDP Eitorf ist diese späte Information besonders problematisch, weil sie direkte Auswirkungen auf lokale Betriebe hat. Handwerksunternehmen, Dienstleister, Selbstständige und kleinere Industriebetriebe sind heute auf stabile und leistungsfähige Internetverbindungen angewiesen – für Auftragsabwicklung, digitale Prozesse, Kommunikation mit Kunden und Lieferanten sowie für moderne Arbeitsplätze.
Die FDP stellt ausdrücklich klar, dass die Verwaltung alles unternommen hat, um aufzuklären. „Sobald die Informationen vorlagen, wurden sie offen in der Sitzung dargestellt“, erklärt die FDP Eitorf. Dass der Ausschuss und damit auch die Öffentlichkeit erst so spät über die Abweichung informiert wurden, liege jedoch an der unzureichenden Kommunikation des Konzerns Vodafone.
Der Unterschied ist für das Gewerbe erheblich:
Ein echter Glasfaseranschluss bietet dauerhaft hohe, stabile und symmetrische Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 Mbit/s und mehr. Koaxialnetze hingegen sind insbesondere beim Upload deutlich eingeschränkt und verlieren bei hoher Auslastung an Leistungsfähigkeit – ein spürbarer Nachteil für viele Betriebe.
Gerade nach dem Wegfall großer Industriearbeitgeber wie Krewel & Meuselbach und ZF Sachs steht Eitorf vor der Herausforderung, die verbleibenden Gewerbebetriebe zu stärken und neue Unternehmen für den Standort zu gewinnen. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen – und eine digitale Infrastruktur, die hält, was angekündigt wird.
„Unsere Gewerbebetriebe tragen maßgeblich zur wirtschaftlichen Stabilität und zu Arbeitsplätzen in Eitorf bei. Sie dürfen nicht durch unklare Versprechen und unzureichende Information benachteiligt werden“, betont die FDP Eitorf. Wer Glasfaser ankündigt, müsse auch Glasfaser liefern.
Die FDP Eitorf fordert Vodafone daher zu mehr Ehrlichkeit und Transparenz auf. Für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Eitorf brauche es Partner, auf deren Zusagen sich Bürger und Unternehmen verlassen können.
Die Verträge wurden zwischen dem Kreis und der Vodafone geschlossen. Zur Zeit findet eine Überprüfung der Verträge statt, um eventuelle Regressansprüche geltend machen zu können.